Kultur und Brauchtum





Kultur, ist die Summe, die Gesamtheit, aller schöpferischen Leistungen eines Volkes. Also alles was ein Volk selbst gestaltend hervorbringt.
Es ist die Art und Weise wie ein Volk seinen Alltag und seinen Festtag gestaltet.

Das Wort Kultur ist aus dem lateinischen colere abgeleitet und bedeutet pflegen, urbar machen. Es ist in der deutschen Sprache seit Ende des 17. Jahrhunderts belegt und bezeichnet von Anfang an sowohl die Bodenbewirtschaftung als auch die Pflege der geistigen Güter.

Unsere deutsche Kultur ist eine durch und durch bäuerliche. Wir waren einst ein Volk von Bauern und ließen aus unserer emsigen und regen Lebensweise heraus ein reiches Brauchtum entstehen.
Unsere Vorfahren lebten noch in unmittelbarer Abhängigkeit von und mit der Natur und den Jahreszeiten. Die Abfolge von Aussaat und Ernte bestimmte den Tages- und Lebensablauf. Sie empfanden sich, ganz selbstverständlich, als Teil eines großen Ganzen. Und dieses eingefaßt sein, in eine größere Ordnung, gab ihnen ein sicheres Gefühl von Geborgenheit.

Der Kreislauf des Lebens, die immerwährende Wiederkehr der Jahreszeiten, sowie die Ordnung der Himmelsgestirne waren für unsere Vorfahren der Wegweiser zum Anerkennen der natürlichen Lebensgesetze. So stand der Lauf der Sonne, welche ja nun einmal die Jahreszeiten bestimmt, im Mittelpunkt ihres Daseins.
Mit der Christianisierung ging uns viel unserer arteigenen Lebensführung verloren.
Aber der Kern unseres Brauchtums, die Natur- und Jahresfeste, konnte von der Kirche nicht so leicht ausgerottet werden. Denn Brauchtum ist niemals eine Angelegenheit des nüchternen Verstandes, sondern eine Sache des Herzens, die der Stimme des Blutes folgt. Und so blieb trotz allem einiges an deutschem Brauchtum erhalten.
Jedoch mit der Industrialisierung im 19ten Jahrhundert begann die Verstädterung und damit die Entwurzelung des deutschen Volkes, dies führte dann zum Verlust vieler regionaler Bräuche.
Glücklicherweise gab es in jüngster Geschichte eine Rückbesinnung unseres Volkes auf unsere deutsche Kultur. Jedoch mit dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde alles Deutsche von den Alliierten unterdrückt.
Die massive Umerziehung und Zersetzung unseres Volkes begann.
So soll es denn auch kein deutsches Volk mehr geben, sondern lediglich eine Bevölkerung.
Die deutsche Kultur wurde Schritt für Schritt abgeschafft und unzählige Subkulturen wurden uns auferlegt.
Aber wir wissen, das Volk ist eine natürlich gewachsene Gemeinschaft von Menschen gleicher Art, gleichen Blutes, gleicher Geschichte, gleicher Kultur und gleicher Sprache.
Heute sollen wir in einer Gesellschaft leben. Man macht uns zu einem willkürlich zusammengeschmissenen Haufen von Individuen.
Seit ´45, bis heute, durften wir uns nicht aus uns selbst heraus weiterentwickeln.
Ununterbrochen stehen wir unter fremder Beeinflussung.
Dies müssen wir erkennen und uns formen und stetig an uns arbeiten, um somit der Umerziehung entgegenzutreten!
Es liegt nun an uns der Stimme unseres Blutes zu folgen.
Wir müssen das, was tief in uns verschüttet liegt, wieder erspüren, um es lebendig und sichtbar werden zu lassen.

Die Feste im Jahreslauf haben eine ordnende Wirkung und bringen uns in Einklang mit der Natur und ihren Lebensgesetzen.
Ein Brauch das ist keine beliebige oder spontane Handlung. Bräuche haben einen Sinn, sie vereinen und sie sind gemeinschaftsbildend.
Die Sonnenwenden bilden den höchsten und den tiefsten Punkt des Sonnenlaufs. Sie markieren den Sommer- und den Winteranfang.
Dazwischen liegen die Tag- und Nachtgleichen.
Sie stehen für den Frühlings- und Herbstanfang.

Das Brauchtum welches unseren Jahres- und Lebenslauf wie eh und je begleitet beginnt mit den Frühjahrs- und Frühlingsbräuchen.
Es geht darum die kalte Zeit des Winters hinter sich zu lassen und freudig den Frühling zu begrüßen.
Zur Frühlings – Tagundnachtgleiche, am 21.März, sind der Tag und die Nacht gleich lang. Wir feiern das stärker werdende Sonnenlicht und damit das Erwachen der Natur.
Darauf folgt die Sommersonnenwende. Sie markiert den längsten Tag und die kürzeste Nacht. Die Zeit der Sonnenwende ist eine Übergangszeit, die Wende der Sonnenbahn, der Übergang der Zeit des Blühens und Wachsens in die Zeit der Reife und Früchtezeit.
Dann zur Herbst – Tagundnachtgleiche, am 21. September, das Erntedankfest. Welches wir dem deutschen Bauern widmen.
Mit der Wintersonnenwende bzw. dem Julfest schließt sich nun wieder der große Kreis des Jahres.
Wir sehen, diese Feste sind nicht willkürlich gewählt, sondern eng mit dem Jahreslauf und dem Geschehen in der Natur verbunden.
Wie bereits erwähnt haben sie eine ordnende Wirkung und bringen uns wieder in Einklang mit den Lebensgesetzen der Natur.

Also merkt euch gut!
Ein Volk ohne Wissen über seine Herkunft ist orientierungslos.
Es wird zum Opfer fremder Interessen und seine Kultur geht verloren,
damit versiegt dann auch seine Lebenskraft.