2000 Jahre germanischer Freiheitskampf

Der eine fragt: Was kommt danach?
Der andre fragt nur: Ist es Recht!
Und also unterscheidet sich
der Freie vom Knecht.
Theodor Storm
Im Jahre 9 nach der Zeitenwende wuchs das erste mal ein Gemeinschaftsgefühl der Germanen. Lange Zeit von den Römern versklavt, doch Hermann oder Arminius wie ihn die Römer nannten, vereinte die Germanischen Stämme, für eine wichtige Schlacht! Die Schlacht wo es galt: Sieg oder Untergang! Hätten unsere Ahnen diese Schicksalsschlacht verloren , wäre das deutsche Volk und all seine Leistungen niemals da gewesen. Doch die Taktik im Teuteburger Wald ging auf!
Die Römer nahmen zu ihren Schutz, den Germanen die Kinder und ließen sie bei sich aufwachsen. So dachten sie, dass die Väter der geraubten Kinder nicht angreifen würden. Außerdem hatten die Römer nun ein Druckmittel gegenüber den Germanen und konnten ihre Kinder nach fremder (römischer)Art aufziehen!
Hermann wurde früh zum Römischen Offizier befördert, und galt als einer der besten Soldaten. Schnell wurde er zum Ritter geschlagen. Er sollte die Germanen auf die Seite Roms ziehen, doch Hermann klärte seine Landsleute über die zerstörerischen Ziele der Römer auf und appellierte stetig an die Bedeutung und den Zusammenhalt der Germanen.
Einige Stämme haben sich Hermanns Plan schnell angeschlossen, so das im Jahre 9 nach der Zeitenwende bei der blutigen Schlacht am Teuteburger Wald, die vermeintlich Verbündeten zu Angreifer wurden.
Der derzeitige Statthalter Roms, Varus und seine Truppen waren völlig überrascht. Die schwer gepanzerten Römer waren nicht so schnell und wendig, wie die Germanen, welche meist gar keine Schutzpanzerung besaßen und nur mit leichten Waffen kämpften. Nach drei Tagen könnten sie die Römer vernichtend Schlagen. Seitdem hat Hermann, der Cherusker, den Beinamen der Befreier Deutschlands. Hermann begnügte sich nicht mit der Vernichtung des feindlichen Heeres, sondern verfolgte das Ziel, die Germanen in einem Nordreich zu einigen.
Rom griff auch danach immer wieder an. Wenig später, durch ein Sieg gegen die Cherusker kam das Eingeständnis, daß die Unterwerfung Germaniens ein weiteres mal nicht gelang.
Nach der Ermordung Hermanns, durch das Messers eines Verwandten, setzten ihn die Römer ein Denkmal, denn so urteilten sie über den Cheruskerfürsten:
"IN DER SCHLACHT MANCHMAL,
IM KRIEGE NIE BESIEGT,
WAR HERMANN UNBESTREITBAR
DER BEFREIER DEUTSCHLANDS."
Seit 2000 Jahren sind wir Deutschen im stetigen Freiheitskampf, auch in der heutigen Zeit werden wir durch das alliierte Siegerrecht unterdrückt und der Freiheit beraubt.
Es gäbe da einige Persönlichkeiten, die es in der deutschen Geschichte mit Mut gewagt haben unser Schicksal zu einem Besseren zu wenden. Auch Hermann war einer der Männer unseres Volkes, den wir viel zu verdanken haben.
Wir machen uns auf den Weg nach Detmold, um uns den Wurzeln unseres Volkes klar zu werden.
Wer auf der Wanderschaft ist durch die Hügelwellen des lippischen Landes, dem ist das Hermannsdenkmal wie ein Leuchtturm und Wegweiser.


Auf den Weg nach Detmold fing es an zu regnen, ob es wohl Schicksal gewesen ist? Als Hermann mit seinen Truppen vor 2000 Jahren die Römer bezwingen konnte, war dies auch kein unwichtiger Punkt. Durch den Regen hatten es die schwer gepanzerten Römer nicht leicht gehabt, auf den aufgelockerten Boden.
Vom Bismarckstein aus, sahen wir hoch, da stand mit hoch empor gestrecktem Schwert ein lichtgrüner Riese auf einem wuchtigen Kuppelbau. Das Hermannsdenkmal,
es besteht vorwiegend aus gotischen Elementen, besonders in der sogenannten "Ruhmeshalle", die im Sockel untergebracht ist. Hier sollten berühmte Deutsche verewigt werden, jedoch blieb dieser Teil des Monuments unvollendet.
Am Unterbau des Denkmals sind verschiedene Inschriften zu finden. Sie reichen von Auszügen aus den Annalen des Tacitus bis zu Bezugnahmen auf die Befreiungskriege und die Reichsgründung.
Die Gestalt selbst ist von schlichter Größe, ein dünner Mantel gibt den Umriß Ruhe, ohne die Gestalt zu verhüllen. Doppelt reizvoll ist der Schmuck, weil er sparsam angebracht ist:
der Schildknauf mit dem herrlichen Worte Treufes,
der kühne Flügelhut, die Schließe des Mantels unterm Hals und des glatten dünnen Gürtels, die prächtige Kette des Wehrgehenks, der zierliche Zackensaum des Rocks.
Die Inschrift des Schwertes ist:
"Deutsche Einigkeit - meine Stärke
meine Stärke - Deutschlands Macht"
Es hat alleine eine Größe von 7 Metern und wiegt 11 Zentner.
Der Unterbau hat eine Höhe von 26,89 Metern, vom Standbild bis zur Schwertspitze sind es noch einmal 26,57 Meter; so daß die Gesamtgröße bei 53,46 Meter liegt.
Am 9. Juli 1838 beginnt Ernst von Bandel die Arbeit auf den Berg. Vollendet wurde es 1875.
Viele hatten es ihn abgeraten, doch seine Entschlossenheit dazu war groß. Er zog los, und fand diesen Platz
Ich erkannte, schrieb er,diesen Berg, der sich kegelförmig inmitten der Haupttäler des Gebirges erhebt - die armen Römer, die in diesen Schluchten festsaßen, hätte freilich nicht einmal Jupiter retten können - als geeigneten Platz für mein Denkmal.
Von ihm konnte man in alle Täler schauen, und es konnte von weitester Ferne erschaut werden
Und er hat sein Lebenswerk, in den Tausende und Abertausende von Arbeitsstunden steckten, seinem Volke geschenkt!
"Vernimm es, deutsche Jugend, so etwas hat es einmal in Deutschland gegeben!"
Als wir dann den engen Treppengang hinaufgegangen waren, ging unser Blick sofort zum Teutoburger Wald. Weit konnten wir nicht sehen, da es jetzt schon fast sturmartig über uns herwehte. Immer wieder gleiten die Augen über die herrlich, detailgetreue gebaute Hermannfigur.
Seine Augen , die mit tiefen Ernst , doch ohne Hohn, über den Wald blickten, dorthin wo seines Volkes Feinde standen - und noch immer stehen!
Im Teutoburger Wald wurde schon so mancher Held geboren, so manche Schlacht geschlagen und so manche Sage überliefert. Er ist reich an Schönheit und Kultur.



Doch eine der wohl bedeutsamsten Kulturstätte unserer Ahnen sind die Externsteine. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, diese über Millionen von Jahren alten, vorwiegend aus Sandsteinen der Unterkreide-Zeit aufgebauten Felsentürme zu bestaunen und zu erklimmen. Doch freilich sah diese Felsengruppe nicht von Anfang an so aus! Der zuerst flach lagernde Unterkreide-Sandstein im Bereich der Gebirgskette an den Externsteinen wurde vor 70 Millionen Jahren senkrecht aufgepresst.
Die Kräfte die dort gewirkt haben müßen, erscheinen uns heute unvorstellbar. Durch ihre besondere Lage, vermutet man heute, daß die Externsteine 10.000 vor der Zeitenwende schon von Menschen als Schutz vor Wind und Wetter sowie als Ruheplatz Verwendung fanden. Werkzeugfunde aller Art aus verschiedenen Zeitepochen belegen dies. Doch sie sind vor allem schon immer eine Kultstätte für uns und unsere Ahnen gewesen.
Die sagenumwobenen Externsteine sind seit Jahrhunderten Gegenstand widersprüchlicher Deutungen. Es laßen sich noch heute Spuren unserer Ahnen in Form von in Fels geschlagene Treppen und Räume, sich überschneidende Bearbeitungsspuren am Sargfelsen, das Großrelief der Kreuzabnahme und andere Skulpturen, Inschriften und Zeichen bis zu Gebäuderesten aus dem Mittelalter finden.
1564 versuchte der Pfaffe und Historiker Hermann Hamelmann die erste uns bekannte Vermutung über die Bedeutung dieses Naturdenkmals zu klären. Er vermutete, daß es sich hierbei um ein heidnisches Heiligtum handelte, welches Karl der Große in ein christliches umwandeln ließ. Mit fremden Glauben und Schwert zog er mordend und zerstörend durch unsere Heimat. Wie viel an Menschenleben und Kulturschätze unserer Vorfahren dabei für immer vernichtet wurde bleibt unklar.
Doch der Widerstand gegen die Kirche und deren Umerziehungsmethoden wuchs. Noch jetzt kann man die Anschläge auf dem Kreuzabnahme-Relief von 1150 sehen. Das Relief ist Symbol für die Vernichtung des alten Glaubens und die Unterdrückung unseres Volkes.
Im 18. Jahrhundert vertrat man auch die Ansicht, daß hier der Standort der von Karl dem Großen 772 zerstörten IRMINSUL gewesen sei, eines der wohl wichtigsten heidnischen Heiligtümer.
1115 wurde die untere Kapelle durch den Paderborner Bischof Heinrich II. geweiht. In den folgenden Jahrzehnten wurde an diesem Ort eine Heilig-Grab-Gedenkstätte errichtet. .
1823 wurde die obere Kapelle (Höhenkammer oder Sazellum)als eine Art "Sternwarte" genutzt. Eine wichtige Persönlichkeit sei hier noch genannt: Wilhelm Teudt, welcher die Externsteine als Zentrum heidnischer Heiligtümer hielt, dies begründete er mit den astronomischen Besonderheiten und einer ungewöhnlich intensiven Erdstrahlung, welche von diesem Ort ausgehen. Mit seiner Theorie gewann Teudt viele Anhänger für sich.
Theorien hin oder her, geschichtsträchtig bleibt dieser Ort auf jeden Fall und er nimmt jeden freien Geist mit auf eine Reise durch die Zeit.
Es war regnerisch und windig, nicht für jeden die besten Besichtigungsvoraussichten, doch für Leute mit festem Herz genau das Richtige! Man mußte es mit den Steinstufen schon genau nehmen, sonst hätte man sich schnell Verletzungen zuziehen können, aber alle Mühen waren vergessen als wir von oben herab sahen und trotz des Wetters einen ungewöhnlich guten Überblick über den Teutoburger Wald hatten.
Die dunklen Grotten waren ebenfalls interessant anzuschauen, hier und dort läßt sich eine Feuerstelle oder eingehauene Runen erkennen. Man muß sich einmal vorstellen, daß all die Stufen, Grotten, Verziehrungen von unseren Ahnen mit der Hand herausgearbeitet wurden, welche die Zeit bis heute überdauerten.
Das Antlitz dieser Felsen läßt in uns eine uralte Kraft spüren, welche man nicht mit Worten wiedergeben kann. Ein Ort wo der Mensch noch weiß, daß er ein Teil der Natur ist.
Die Sparrenburg als Wahrzeichen Bielefelds und ein sehr beliebtes Ausflugsziel für kulturinteressierte Besucher.



Eindrucksvoll zeigt sich die Sparrenburg auf dem Sparrenberg, hoch über der Stadt. Die mächtige Festungsanlage liegt direkt an einem der schönsten Höhenwanderwege Deutschlands, dem 156 Kilometer langen Hermannsweg. Heut war es wieder einmal sehr windig, so daß wir die Flagge von weiten schon im Wind knattern hören konnten.
Vom Turm aus kann man sich die ganze Stadt angucken, auch das Hermannsdenkmal war zu erkennen.
Die heute noch sichtbaren Festungsanlagen wurden erst Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet.
Sie boten der Burg zeitgemäßen Schutz, aber die alte Burganlage hätte einem Beschuß mit Kanonen nicht mehr standgehalten. An den vier Ecken gab es nun mächtige Rondelle und nach Westen hin einen spitzen Vorbau, den Scherpentiner. Die Rondelle verband man paarweise mit unterirdischen Gängen. Die Gangsysteme und Kasematten können heute teilweise besichtigt werden.
Die Sparrenburg überstand die Wirren des 30jährigen Krieges unbeschadet. Sie wurde zwar mehrfach belagert, auch wechselten die Besatzungen, sie wurde aber nie erobert. Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts setzte der Verfall der Burg ein. Das immer durchschlagkräftiger werdende Kriegsgerät hatte die Anlage militärisch nutzlos werden lassen.
Im 19. Jahrhundert begann der Wiederaufbau der Ruine.
1879 kaufte die Stadt Bielefeld die Burganlage vom preußischen Staat. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten präsentiert sich die Burg heute in einer imponierenden Gestalt.
Im weiteren Verlauf der Sanierungsarbeiten haben Archäologen dann im Juni 2008 unmittelbar neben dem Kiekstattrondell eine unbekannte knapp zwei Meter dicke Außenmauer entdeckt, die entweder zur mittelalterlichen Burgmauer aus dem 13. Jahrhundert gehört oder zu einem großen Magazingebäude. Des weiteren wurde in unmittelbarer Nähe der Windmühlenbastion ein Doppelschacht freigelegt, deren Nutzung weitgehend ungeklärt ist. Einer der Schächte führt zu einem bis heute völlig unbekannten Raum unterhalb der Kasematten.
Bei einer Führung wurden uns die unterirdischen Gänge nur teilweise gezeigt, da eine großer Teil unter Tierschutz steht und dort Fledermäuse Unterschlupf gefunden haben.
Als erstes waren wir in einem großen Raum wo geschlafen, gegessen und die Burg durch Kanonen beschützt wurde.
An diesem Raum waren seitlich kleine Räume, einmal die sogenannte Bäckerei wo man bis zu 300 Brote am Tag zu backen vermochte und gleichzeitig das gesamte Gewölbe erwärmen konnte.
Ein anderer Raum war dafür vorgesehen Regenwasser aufzufangen, was auch viel benötigt wurde, zum Beispiel für das Mehlmahlen und Backen. Wir gingen den alten Haupteingang entlang, welcher für die Söldner und Wachen bestimmt war. An der Seite des Hauptganges wurde das Verließ erbaut, indem wahrscheinlich bis zu 20 Personen auf einmal eingekerkert wurden. In diesem feuchtdunklen Raum, konnte man nur die Tür sehen. Der Gang war mit drei Türen gesichert, wo die dritte Tür die Stärkste ist.
Die anderen waren mehr oder weniger nur um Zeit zu schinden. Die Angreifer mußten bergauf, was es den Verteidigern einfacher machte die Burg zu verteidigen, zum Beispiel konnte man mit Wasser den Weg rutschiger machen. Über der dritten Tür, die circa 40 cm dick war, ist eine Öffnung (Pechnase genannt), wo man heißes Wasser oder ähnliches für die Angreifer parat hatte. Es sei noch vermerkt, daß wir ohne Fackelschein im unterirdischen Bereich die Hand vor Augen nicht gesehen hätten. Dann ging es wieder nach oben an das Tageslicht und wir machten uns wieder auf den Weg.
Ein Besuch lohnt sich auf jeden fall.
