Herbstzeit

Der Herbst ist die Zeit der Ernte. Alle Früchte werden eingeholt und für den Winter eingelagert.

Es ist die Zeit in der wir zum Erntedank der Sonne, der Erde, dem Wind und dem Regen gedenken, da wir ohne deren Zusammenspiel nicht leben bzw. überleben könnten.
Wir besinnen uns auf Zeiten in denen es noch einen deutschen Bauern gab, der das Leben und Überleben unseres Volkes sicherte, indem er selbstlos viele Mühen und sehr viel Arbeit auf sich nahm um sein Volk zu ernähren. Er hatte viele körperlich, seelisch und auch geistig gesunde Kinder und war kulturschaffend.
Somit prägte er den deutschen Volkskörper.

Um den 21. September feiern wir die Herbst- Tagundnachtgleiche. Dieses Fest kündigt das Ende der hellen Jahreszeithälfte an. Von nun an werden die Tage merklich kürzer und kälter. Immer öfter bedeckt Nebel das Land und die Bäume verlieren ihre Blätter. Der Sommer scheidet von uns. Darauf deutet schon der alte Monatsname Scheiding, welcher gebräuchlich war bevor man die lateinischen Monatsnamen benutzte. Aber ehe nun alles in ein nasses Grau versinkt durchläuft die Natur einen Wandel und zeigt sich in ihrer farbenfrohen Pracht.

Was uns heute an Erntebräuchen mehr oder weniger bekannt ist, stellt lediglich einen matten Abglanz früherer Zeiten dar. Die Entfremdung vom bäuerlichen Leben ist hier am deutlichsten zu spüren. Dabei gibt es ein sehr reiches Brauchtum um das heilige Korn, von dem das tägliche Brot abhängt. Zur unbeschwerten Erntefeier gehören Dankopfer und Erntekranz ebenso wie der gemeinsame Festschmaus und fröhlicher Tanz.
Erntedank, das ist vielen heute fremd geworden. Den Langen Weg vom Säen und Pflanzen, von der Hege und Pflege, von der Anteilnahme am Wachsen und Werden bis zur Freude über die Ernte können die meisten von uns leider nicht mehr miterleben und damit auch nicht mehr nachvollziehen.
Diejenigen die noch in der Lage sind einen Garten zu pflegen oder ein kleines Feld zu bestellen freuen sich nun an der Fülle des vergangenen Sommers und über den reichen Lohn ihrer Arbeit.

Man kann sich das Jahr in einem Kreis vorstellen Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Als feste Punkte haben wir die Sonnenwenden und die Tag- und Nachtgleichen. Dieser Jahreskreis dreht sich ewig und wir gehen mit.
Bald gehen wir nun der Dunkelheit entgegen. Aber wir wissen daß wir diese stille Zeit brauchen werden um wieder Kraft zu sammeln für einen neuen Lauf durchs Jahr.


„Wenn man der Natur ruhig und mit Bedacht zusieht, greift sie immer ins Herz.“
Bettina von Arnim