“Des echten Mannes Feier ist die Tat”

Beginnend mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe möchten wir heute zu seinem Geburtstag im Jahre 1749 erinnern. Goethe, der wohl größte deutsche Dichter, wurde geboren in Frankfurt am Main.
Nach einem tatenreichen Leben ohnegleichen verstorben am 22. März 1832 zu Weimar. Schon durch seine Abstammung, die väterlicherseits nach Thüringen, mütterlicherseits nach Württemberg führt, vereinigt Goethe in seinem Blute den klaren Verstand und tiefen Ernst des Norddeutschen mit der größeren Phantasiebegabung und Beweglichkeit des Südens.
“Vom Vater hab´ ich die Statur, des Lebens ernstes Führen,
von Mütterchen die Frohnatur und Luft zu fabulieren.”
Ein gutes Geschick leitete seinen Bildungsgang. Vom ersten Unterricht durch den Vater kam er an die Universitäten Leipzig und Straßburg, wo er mit Herder zusammen traf. In der Straßburger Sturm- und Drangzeit wurde dem jungen Goethe offenbar, dass die Quelle alles dichterischen Schaffens nicht der Kopf, sondern das Herz ist. Die Lieder und Dichtungen jener Zeit machten ihn mit einem Schlag weltberühmt. Hierzu zählen die Lieder: Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde…, Wie herrlich leuchtet mir die Natur…
Dichtungen: Götz von Berlichingen 1773, Die Leiden des jungen Werthers 1774, der Urfaust 1775.
1775 kam Goethe durch den jugendlichen Herzog Karl August nach Weimar, dem er bis an sein Lebensende treuer Freund, kluger Berater und verantwortungsbewusster Minister war.
Die großen Bühnendichtungen: Iphigenie, Tasso und Egmont vollendete er auf einer Reise nach Italien, die er selbst als seine Wiedergeburt bezeichnet. Im Jahre 1794 schließt er Freundschaft mit Schiller, der seine Dichterkraft zu neuen unsterblichen Schöpfungen anregte: Wilhelm Meisters Lehrjahre 1795/96, Hermann und Dorothea 1796, dazu eine Fülle von Liedern und Balladen.
Nach Schillers Tode schrieb der vereinsamte Dichterfürst den Roman: Die Wahlverwandtschaften 1809, seine Lebensgeschichte Dichtung und Wahrheit und Wilhelm Meisters Wanderjahre 1821. Er vollendet sich selbst in der Vollendung des zweiten Teiles des Faust, in dem er die letzten und tiefsinnigsten Geheimnisse seiner Lebens- und Altersweisheit dem deutschen Volke als Vermächtnis zurückließ:
“Was den Menschen glücklich macht, ist allein die Arbeit,
die opferfreudige Tat für andere!”
Wir Nachfahren müssen ehrfürchtig staunen, “dass je ein Mensch so war”. “Was ganzen Menschheit zugeteilt ist”, das hat Goethe in seiner Brust getragen und in unvergänglichen Worten zum ewigen Werke gestaltet.
(Text Übernommen: “Aus Deines Volkes Seele”)
Goethe ist nach Nietzsches Wort “nicht nur ein guter und großer Mensch, sondern eine Kultur”.
