Heldengedenken

Fällt der 16. März auf einen Sonntag, so ist dies der Tag, an dem alljährlich unseren gefallenen Soldaten gedacht wird. Fällt dieser nicht auf einen Sonntag, so wird der Sonntag vor dem 16. März als deutscher Heldengedenktag begangen.

Dieses Datum begründet sich darauf, dass den Gefallenen zur Zeit des angehenden Frühlings gedacht werden soll. Für unsere Ahnen war das Ende des Winters auch die Zeit der Wiederauferstehung allen Lebens.
Nur durch die, welche für Volk und Heimat, für Blut und Scholle ihr Leben gaben, ist es uns Nachgeborenen möglich, diese Wiedergeburt der Natur zu erleben. Ohne ihr Opfer würde es kein heutiges Sein geben! Der 16. März ist auch ein Tag der Dankbarkeit, die allen zuteil wird, die für Ehre und Sein unseres Volkes ihr Leben gaben.

Die Zahl der im Felde gebliebenen deutschen Soldaten des letzten großen Krieges beläuft sich nach wagen Schätzungen auf etwa 3.250.000. Die Zahl der getöteten deutschen Zivilisten ist angesichts von alliiertem Bombenterror, Mord, Vertreibung und Selbstmord nach Vergewaltigung erheblich höher. Viele Namen, viele Familienschicksale bleiben ungenannt. Und doch leben sie in uns als Volk weiter. Ihr Todesmut will unseren Lebensmut!



Kerzenlicht erhellt die Grabsteine, Tannengrün bekränzt ein Denkmal, alte und junge Kameraden stimmen gemeinsam das Lied vom guten Kameraden an.
In einer Schweigeminute folgt jeder den Bildern und Gedanken, die in ihm emporsteigen:

Ein schlammiger Schützengraben, lehmverschmierte Uniformen, konzentrierte Gesichter, absolute Ruhe, das Gewehr im Anschlag, durchgeladen, alle Muskeln sind gespannt.
Leises metallenes Klappern kündet vom herannahenden Feind. Dort! Der erste dunkle Schatten vor dem Rauch!
Aus ist es mit der Stille. Es geht los! Die ersten Maschinengewehrsalven donnern ins Dunkel und finden ihr Ziel.

Die Artillerie reagiert und schickt
einen Streifen Granatfeuer nach vorn. Da – das Signal zum Sturm! Hinaus aus dem Graben – Vorwärts! - die Maschinengewehrnester geben eisernen Feuerschutz. Nasse Erde fliegt meterhoch - feindliche Granaten schlagen in den Lauf! Links und rechts trifft es Freunde und Kameraden, mit denen man vor wenigen Minuten noch im nasskalten Unterstand den letzten Tabak geteilt hat. Jetzt gilt es - vorwärts, durch, kein zurück! Die ersten Granattrichter geben kurze Deckung. Der Hauptmann brüllt – Vorwärts! Alles springt auf. Feuern im Laufschritt. Mit dem Gewehrkolben wird der Weg frei geschlagen. Da ist der feindliche Graben! Ein Satz und - Hinein! Der Nahkampf ist grausam und hart – und doch muss es sein. Mann gegen Mann – auf Leben und Tod! Ein Auf und Nieder über die liegen gebliebenen Körper, ein zähes Ringen um die wenigen Meter Feindesgraben. Zuletzt, wie von Sinnen - die Pistole, den Graben freischießen! Geschafft, der Feind weicht zurück. Die Maschinengewehre stellen ihr Dauerfeuer ein. Hier und da noch ein Schuss. Leuchtraketen steigen auf und erhellen das Schlachtfeld.





Sanitäter rennen von Granattrichter zu Granattrichter und versorgen die zerschossenen Leiber der Kameraden.
Ein Wehklagen geht über das zerwühlte Trichterfeld, ein Aufatmen durch die Reihen derer, die unverwundet blieben. „Kamerad, hast du eine Zigarette?“
Grabesruhe liegt nun über dem Schlachtfeld. Es fehlen einige vertraute Gesichter. Jeder in der Kompanie kennt ihre Namen und doch will sie niemand laut aussprechen. Keine Zeit zum Trauern, der Graben muss gesichert werden. Hoffentlich kommt bald Verpflegung nach vorn…

Die gesenkten Fahnen heben sich langsam wieder empor. Im Fackelschein sind die Namen auf den Grabsteinen, die Geburts- und Todesdaten der Soldaten zu erkennen. Viele waren nicht älter als die jungen Männer, die heute in Ehrfurcht an ihren Gräbern stehen.
So war es seit jeher, so wird es immer sein. Die Söhne und Enkel der Gefallenen, die Nachkommen der Männer, die für sie alles gaben, sie wissen, was die feldgrauen Kameraden von ihnen fordern. Aus den Gräbern hallt der Ruf nach Freiheit.

Niemand stirbt umsonst, der sein Leben für das Vaterland gibt. Sein Opfer ist heilig und verdient die größte Hochachtung.

Ein freier Deutscher kennt kein kaltes Müssen:
Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen!