Ein Schritt zum Gedenken

Es gibt nicht nur die sittliche Pflicht seiner Ahnen in Stillem zu gedenken. Gerade die Mahnmale, welche noch(!) in vielen Gemeinden zu finden sind, sollen gerade die junge Generation von den opfervollen und meist selbstlosen Heldentaten ihrer Vorfahren berichten.
Es sind jene stummen Zeugen welche heute mehr und mehr verfallen, geschändet oder sogar von den eigenen Nachkommen abgetragen werden! Dieses System verschleiert oder verfälscht bewusst die Taten unserer Groß- und Urgroßväter, welche sich für die kommenden Generationen aufgeopfert haben. Hätten sie von der heutigen, herrschenden Erbärmlichkeit
gewusst, so hätten sie dennoch ihr Blut nicht gespart, denn sie waren wahrhaftige Idealisten, welche ihr Volk über ihr eigenes Schicksal erhoben.

Niemals hätten sie an diese heutigen Zustände geglaubt.
Deshalb war es uns wichtig, vor der Bombennacht die auf den Neuen Friedhof stehenden Mahnmale zu reinigen. Um unseren Toten am 14.April würdig zu gedenken und uns die Tragödie dieses Schicksalstages noch einmal zu vergegenwärtigen. Auf dem Friedhof befinden sich mehrere tausend Tote beider Weltkriege, wobei für denn 14. April zwei Bombenopferehrenfelder zu finden sind, die jeweils ein Mahnmal zum zentralen Gedenken zu stehen haben. Für das Bombenopferehrenfeld 1 wurden 1993 für die Opfer Granitkreuze errichtet, welche beidseitig mit mehreren Namen verziert wurden. Mittig steht eine Stehle, geformt in einem Dreieck worauf zu lesen ist: "Den Opfern des Bombenangriffs April 1945". Es steht nah an einem Busch, sodass es kaum zu erkennen ist. Wir reinigten mit Wasser und Bürste das Denkmal und schnitten die überragenden Äste ab. Es war jetzt auch vom Gehweg wieder zu erkennen.
Bei den seitlich stehenden Granitkreuzen sammelten wir wild umherliegende Äste auf, und entsorgten sie fachgerecht.

Das zweite Bombenopferehrenfeld liegt nicht weit entfernt, vorbei an der "Ehrenmauer" schon sind wir hier. Auf diesem Feld ruhen auch Opfer der letzten Kampfhandlungen in und um Potsdam. Das Mahnmal welches 1979 errichtet wurde, zeigt viele handwerkliche Arbeit. Die Gravur: " Dem Gedenken der Opfer des Bombenangriffs vom 14. April 1945" wurde einst mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Über dem Schriftzug sind Flammen zu erkennen. Wir reinigten auch dieses Denkmal von oben bis unten, denn niemand sonst macht sich die Arbeit. Die Demokraten die an der so genannten "Ehrenmauer" ihre heuchlerischen Kränze niederlegen, und allen anderen Opfern gedenken, außer denen, welche auch ihr Leben für sie gaben!
Es kann kein Denkmal oder Grabstein die wahrhaftigen Leistungen unserer Ahnen widerspiegeln. Denkmäler sind nicht nur Mahner sondern auch Danksagungen an unsere Toten. Ebenfalls müssen wir es uns vergegenwärtigen, dass unsere Ahnen in uns weiterleben, und somit ein roter Faden aus der Geschichte uns verbindet!

Wir wollen es halten, wie der Dichter Lex Schloß:

Ahnen

Nicht in Gräbern sind wir geborgen,
Tot sind die Tafeln aus kaltem Stein -
Wir von gestern und ihr von morgen
Werden niemals geschieden sein.

Mögen wir fern und vergessen liegen:
Staub - verstreut über manchen Ort.
In euren Häusern, in euren Wiegen
Leben wir unvergänglich fort.

Vorher:








Nachher: